Checkpoint Charlie

Bplan-neuNeuer Bebauungsplanentwurf

Seit Mai 2018 unterstütze ich die Gruppe von Fachkritikern, die ein zentrales Positionspapier in den Prozess gebracht haben, mit Testentwürfen und Baumassenstudien. Im Resultat haben sich meine Vorschläge zur städtebaulichen Anordnung voll durchgesetzt. Die östliche Brandwand bleibt unverstellt, es entsteht ein Stadtplatz. Die große westliche Brandwand wird zum Hintergrund des “Bildungs- und Erinnerungsortes” – ein hoffentlich vielschichtiges Ausstellungsgebäude. Das ist ein gutes Ergebnis.

Wozu es wohl noch eine längere Diskussion benötigt, ist die Umgestaltung der Friedrichstraße zwischen der Schützenstraße und Kochstraße als autofreier Bereich (Fußgängerzone mit Fahrradverkehr). Zunächst kann die Zimmerstraße zur Erschließung für den Verkehr offen bleiben. Wenn nicht hier an einem Ort mit über 4 Millionen Besucher*innen jährlich, die sich zwischen die vorbeifahrenden Autos quetschen – wo sonst müsste im Zuge der “Verkehrswende” der Autoverkehr herausgenommen werden?

Die Platzbereiche und Fußgängerzonen würden den Checkpoint Charlie auch für Berlinerinnen und Berliner wieder attraktiv machen, weil neue Aufenthaltsqualität entstehen würde, die es in Berlin viel zu wenig gibt – autofreie Bereiche.

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Und noch mehr Mut erfordert die Entscheidung, auf der Fußgängerzone Friedrichstraße den ursprünglichen DDR-Grenzturm als Aussichtspunkt und andere Grenzelemente wieder entstehen zu lassen, sodass im Gegenüber mit dem US-Checkpoint die ehemalige Konfrontation wieder räumlich erlebbar wird. Es ist die Vervollständigung des Freilichtmuseums, das mit der berühmten Grenzbaracke bereits existiert.

Eine Möglichkeit wäre, Teile des Alliiertenmuseums aus der fernen Clayallee an den Ort des Geschehens zu überführen, unter anderem den dort ausgestellten DDR-Grenzturm.

Ich habe auf Grundlage des Bebauungsplanentwurfes eine Beispielanordnung erstellt.

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Eine besondere Bauaufgabe stellt der “Bildungs- und Erinnerungsort” dar. Ein erster Entwurf dazu folgt folgenden Gesichtspunkten:

  • Große Ausstellungsfläche (ca. 1.000 m²) unter großer “Sonnenterrasse”, die einen Meter über Straßenniveau liegt und Oberlicht in die Ausstellung bringt, Ausstellungscafebereich mit Aufenhaltsqualität, Infotafeln entlang der Terrasse
  • Gestaffelte Baukörper mit jeweils ca. 600 m² im EG und 1.OG, abgesetzt von Neubaufläche, Geste des ehemaligen Wachturmes als Höhendominante an der Stelle, wo er einmal stand, geschwungene Aussichtsterrasse
  • Funktionsräume im 2.UG (ca. 600 m²), Staffelgeschoss in Kombination mit Kinosaal

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Meine Machbarkeitsstudie (Mai/Juni 2018) auf Grundlage des Grundstücksverkaufs an die Trockland GmbH und deren planerischen Zielvorgaben

Als PDF (2 MB) HIER