ÖkoBau

Das aktuelle Baugeschehen ist auf dem Holz(Beton)weg

 

P1080138Der massenhafte Einsatz von Beton im Geschosswohnungsbau ist unverantwortlich. Betonwände sind im Wohnbereich nicht nur unbehaglich und unpraktisch, vor allem deren Herstellung ist ökologisch nicht vertretbar.

Stahlbeton verbraucht in der Herstellung das 3-4fache der Energie im Vergleich zum Hochlochziegel. Zudem wird massiv CO2 freigesetzt – die Betonherstellung übertrifft im CO2-Ausstoß den gesamten weltweiten Flugverkehr bei weitem! Zudem wird der spezielle Sand knapp, der zur Betonherstellung benötigt wird.

P1090667Dazu kommt die Notwendigkeit zur Außendämmung, bei der meist Styropor angewendet wird. Dieser Baustoff dürfte eigentlich garnicht zugelassen sein – in ganz Europa ist er wegen seiner Entzündlichkeit verboten. Nur in Deutschland gilt er als “schwer entflammbar”. Möglich wird das durch den massenhaften Zusatz von giftigem chemischen Brandhemmern. Dennoch kommt es immer wieder zu Großbränden.
Wärmedämmverbundsysteme sind anfällig gegenüber Beschädigungen des Außenputzes – kleine Schäde haben oft gravierende Folgen. Die Spezialputze geben zudem giftige Algenschutzmittel in das Grundwasser ab.
Das Styropor, das in der Herstellung äußerst giftig und energieaufwändig ist, muss voraussichtlich nach 20 Jahren wieder entfernt werden. Die Lebensdauer ist wegen Algen- und Schimmelbefall oder Durchfeuchtung  – trotz der Verwendung giftiger Fungizide und Pestizide – äußerst begrenzt. Am Ende ist das alles gefählicher Sondermüll, der verbrannt wird.

 

Warum kein Mauerwerksbau?

Es gibt viele Architekten die meinen, dass man Stadthäuser mit 5-6 Geschossen aus statischen Gründen nicht mehr in Mauerwerk herstellen könne. Das stimmt natürlich nicht. Es gibt viele Gegenbeispiele und die Ziegelindustrie hat nun ein 9-geschossiges “Musterhaus” aus Hochlochziegeln errichtet – trotz schwerer Betondecken.

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Ein vernünftiges Mauerwerk braucht keine Außendämmung. Damit wird die Umwelt geschont, der Bauablauf beschleunigt, Baukosten gespart und die Wohnqualität verbessert. Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung werden erfüllt.
In der Herstellung verbrauchen moderne Ziegel nur einen Bruchteil der Energie der Betonherstellung. Weil die problematische Außendämmung überflüssig wird, reduzieren sich auch die Sanierungszyklen um etwa die Hälfte. Die monolitische Wandkonstruktion ist nachhaltiger und kostengünstiger als der mehrschichtige Aufbau bei Wärmedämmverbundsystemen. (weitere Informationen)

Der Mauerwerk/Holz-Hybridbau

Die Wahl von Mauerwerk zur Vermeidung von Wärmedämmverbundsystemen im Wohnungsgeschossbau ist der richtige Schritt. Es bleibt aber noch die Frage nach dem Einsatz der üblichen Betondecken.

Hier tut sich als Alternative die Anwendung von Vollholzdecken auf. Es gibt sie als Brettstapeldecken oder als Schichtholzsysteme. Sie werden als Fertigteile angeliefert und verlegt. Auch hier kommt es zu einer enormen Baubeschleunigung, weil die aufwändigen Schalungs, Bewehrungs- und Abbindezeiten der Betondecken entfallen. Auch hier werden die Umwelt geschont, das Wohnklima verbessert und Baukosten gespart. Vollholzdecken erfüllen alle Anforderungen an die Statik und den Schall- und Brandschutz. Es gibt bewährte Fertigteilsysteme. Das geringe Eigengewicht von Holz (nur 1/5 von Beton) verbessert die Einsatzmöglichkeiten von Mauerwerk. Statt 50 Tonnen Eigengewicht (z.B.  100 m² Wohnung, 20 cm Stahlbeton) wiegt eine vergleichbare Holzdecke nur 10 Tonnen.

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Interessant ist die konstruktive Lösung der Einbindung der Vollholzdecken in das Außenmauerwerk sowie in die innere Tragstruktur. Hier gibt es keine Standardlösung, weil Vollholzdecken meist in Kombination mit Holzwänden verwendet werden. Die Planungsagentur arbeitet an dieser Fragestellung.  Interessant ist auch die Kombination mit Porenbetonsteinen.

 

 

 

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