IBA Rostocker Hafen
Rostock ist die Perle an der Ostsee – nur leider gibt es kein Hafenviertel, nur einen riesigen Autoparkplatz. Als konzeptkünstlerischen Beitrag zur Diskussion einer Hafenentwicklung wird hier eine urbane und gemeinwohlorientierte Neugründung vorgeschlagen, ein Hafenviertel mit ganz besonderer geschichtspolitischer Ausrichtung. Die Größe der Entwicklung eignet sich für eine IBA – eine Internationale Bauausstellung!
Die städtebauliche Idee ist inspiriert durch eine bis heute sichtbare Wunde, die deutsche Besatzer 1943 in das Herz der Stadt Marseille gerissen haben – die Sprengung des Hafenviertels Le Panier. Die verbrecherisch verloren gegangene Stadtstruktur passt als Interpretation perfekt in den Rostocker Hafen und bildet strukturell ein wunderbar urbanes Ensemble. Es ist eine besondere Form der Erinnerung, einer neuen Städtepartnerschaft und Begründung für eine angenehm geschwungene und „gewachsene“ Linienführung ohne die typische Stringenz einer Neuplanung.
Dazu ist eine Vergrößerung der Hafenfläche um rund 24.000 m² notwendig, wodurch fast der gesamte Kernbereich Rostocks ans Wasser heranwachsen kann. Es ist eine “Flucht nach vorne”, die hier den Impuls für eine außergewöhnlich spannende Entwicklung bildet.
Die vielfältigen ca. 30 Parzellen würden in einem Aufsehen erregenden internationalen Aufruf für gemeinwohlorientierte Baugemeinschaften zur Bewerbung in einem Konzeptverfahren ausgeschrieben. Eine wesentliche Bedingung: Jede Baugemeinschaft schafft eine Hafenkneipe, die sich in wiederkehrenden Wettbewerben um die beste Spelunke messen muss.