WoHo Kreuzberg

26:25 – BVV “entscheidet” für WoHo

Nachdem das geplante Wohnhochhaus “WoHo” (Schöneberger Straße am Tempodrom) bei Vorabstimmungen zwei Mal durchgefallen war, ist es nun in einer Sonder-BVV am 4.6.26 knapp mit einer Stimme Mehrheit beschlossen worden. 

Wie sehr es den Gebietszusammenhang sprengt und wie eine nachhaltige Bauform hätte aussehen können, hier in einer Ausarbeitung, die die Planungsagentur im Auftrag der Anwohnerschaft erstellt hat:

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Die Bauwende geht durch die Decke

Ein für die Umwelt fatales Missverständnis macht sich breit – und das ausgerechnet in Friedrichshain-Kreuzberg: Hochhäuser wären die ökologisch beste Antwort auf die aktuelle Wohnungsproblematik, Hochhäuser wären alternative Wohnungspolitik. Begründet wird dies mit einer geringen Flächenversiegelung.

Dabei ist hinlänglich bekannt, dass die Bauform des Hochhauses unwirtschaftlich ist und systembedingte Mehraufwendungen und Nachteile mit sich bringt. Der Material-und Energieaufwand steigt beim Bauen in die Höhe gegenüber einer normalen Bauhöhe exorbitant – durch statische Anforderungen an Fundament, Tragwerk sowie Fassaden (Windlasten) und Erschließung. Die laufenden Energieaufwendungen im Betrieb der Anlagen- und Versorgungstechnik und Transport sind ebenfalls verschwenderisch hoch. Weitere vermeidbare Probleme stellen die bodennahen Hochhauswinde dar, sowie Hitzeinseln, Wirbel und Reflexionen und die Barrierewirkung für den regionalen Frischluft- und Grundwasseraustausch. Das ist klima- und umweltschädlich und kann nicht vorbildhaft in Zeiten des Klimawandels sein.

Der Leuchtturm dieser neuen grünen Baupolitik soll in der Schöneberger Straße am Tempodrom entstehen. Gegen das geplante 100-Meter-Hochhaus und die massive Sockelbebauung gibt es großen Widerstand in der Nachbarschaft – Webseite WoHo-Nein HIER. Die dortige Wohnungseigentümergemeinschaft hat die Planungsagentur beauftragt, eine beispiel- und vorbildhafte Bebauung des Grundstücks im Sinne der dringend notwendigen Bauwende aufzuzeigen – eine echte Alternative. Der KiezBau.

Durch die Aufnahme der zurückversetzten Bauflucht der Nachbarbebauung ist es gelungen die letzten Zeitzeugen des Anhalterbahnhofs zu erhalten und zum kulturellen Zentrum der Entwicklung zu machen. Das Ergebnis HIER.

Allgemeines zur Bauform des Hochhauses