A 100-Alternative

Einer der größten Killer in Sachen Ressoucenverschwendung und Umweltzerstörung in Berlin wäre der Weiterbau der A 100 zum 17. Bauabschnitt (Infos HIER). Mit einem riesigen Aufwand würden die Bezirke auf der geplanten Route durchpflügt, Beton und Stahl in absurden Dimension verbaut und geschätzt 1,5 Milliarden Euro vergeudet, die zum ökologischen Umbau besser verwendet wären. Und das alles mit dem Resultat, dass dann immer mehr Autos unterwegs sind. Eigentlich steht ja die Verkehrswende weg vom Auto dringend an. Und es gibt bereits einen abnehmenden Trend des KFZ-Verkehrs in Berlin, Tagesspiegel vom 27.02.2024. Alternativen sind gefragt!
Die Planungsagentur veröffentlicht hier erste Zwischenergebnisse für Bausteine eines Verkehrskonzeptes ohne Autobahnweiterbau.

Der 17. Bauabschnitt der A 100 gilt wegen der Ver- und Entflechtung als Doppelstocktunnel mit Zu- und Abfahrten als nur bedingt realisierbar. Aktuell wird sogar eine Untertunnelung der Spree in Erwägung gezogen, weil die oberirdische Brückenführung vor dem S-Bahnhof Treptower Park und über die Spree immer undurchführbarer erscheint. Ein Tunnel unter der Spree ist jedoch nicht finanzierbar und mit einer schwindelerregenden Baustoffverschwendung verbunden. Mit der behaupteten “Klimaautobahn” hat das nichts zu tun.

Das Betonmonster würde, wenn es technisch umsetzbar wäre, weit über eine Milliarde Euro kosten – Geld, das woanders gebraucht wird. Es wird Zeit, sich von dem Vorhaben zu verabschieden – auch weil der Bedarf für eine sechsspurige Autobahn bis nach Lichtenberg nicht vorhanden ist. Wer soll denn dort fahren, wenn es heute auch funktioniert? Plakatwerbung für mehr Autofahren?

Der Autobahnzufahrt am Treptower Park reicht völlig aus und erfüllt die Leistungsfähigkeit im Vergleich mit anderen zahlreichen Zu- und Abfahrten der A 100 in die Stadt. Der Fokus sollte also in der Verstetigung einer funktionierenden verkehrlichen Infrastruktur nach der Eröffnung des 16. Bauabschnittes liegen.

Alternativkonzept Ostkreuz-Tunnel

Es braucht ein Verkehrskonzept, in dem der Weiterbau der A 100 als 17. Bauabschnitt nicht mehr notwendig ist. Dieser wird sich irgendwann mit einem immer schlechteren Kosten-Nutzungs-Verhältnis (Baukostensteigerung) als zu teuer und letztendlich als überdimensioniert erweisen. Der A 100-Anschluss am Treptower Park reicht und das für immer.

Es bleibt jedoch der dauerproblematische Nord-Süd-Verkehr am Ostkreuz mit der Kynastbrücke als Nadelöhr. Hier soll die A 100 Abhilfe schaffen – nur viel zu übertrieben als sechsspuriges Betonmonster. Untersuchenswert ist eine Minimallösung für das Ostkreuz. Die Planungsagentur hat eine solche Lösung entwickelt: Ein Straßentunnel, nur zweispurig, kurz und und dem tatsächlichen Bedarf angemessen.

Mit wenig baulichem Aufwand wird viel ereicht: Der PKW-Verkehr kann auf kurzem Weg (rund 500m) das Ostkreuz unterqueren, die aufwändig hergestellte Tunnelvorhaltung unter dem Ostkreuz wird genutzt. Die Herstellungskosten sind deshalb niedrig, das Kosten-Nutzungs-Verhältnis gut. Wegen der geringeren Dimension wird wesentlich weniger Verkehr “induziert”, also mehr Autofahrten durch zusätzliche Straßen erzeugt, wie bei den A 100-Plänen (Untersuchung hier). In jeder Bedarfs- und Variantenprüfung lässt sich der kleine Ostkreuztunnel sehr gut einbringen. Er entlarvt die Überdimensionierung der A 100, der Autobahnbau ist nicht länger alternativlos!

Es gibt ein Umsteigeproblem

Die A 100 wird am Treptower Park enden. Eine drastische Zunahme des Autoverkehrs wird befürchtet und es soll ein Verkehrskonzept erarbeitet werden. Darin ist der Bau eines Mobility Hub wie hier aufgezeigt ein Mittel, um zumindest den Berufspendlern eine letzte Möglichkeit zum Umsteigen auf den ÖPNV und das Fahrrad zu ermöglichen, bevor es in den Innenstadtverkehr geht. Vorausgesetzt wird, dass es auch an den Umlandbahnhöfen mehr Park&Ride-Stellplätze gibt und in den Stoßzeiten mehr Bahnen verkehren. Das besondere an innerstädtischen P&R Mobility Hub`s ist, dass das Umsteigen auf Mietfahrräder möglich ist. Alternativ kann der P&R-Mobility Hub auch im vorhandenen Parkhaus des Park-Centers entstehen.
Ohne dieses Angebot zum Umsteigen auf den ÖPNV+Fahrrad muss sich der gesamte Autoverkehr in die Stadt ergießen.

Die Bezirk soll einen Aufstellungsbeschluss für die Bauleitplanung dieses Baukörpers beschließen. Das wäre ein Signal in Richtung Problemlösung: Kein Weiterbau der A 100, ein Umsteigekonzept als Ergänzung eines qualifizierten Abschlusses und alternativen Verkehrskonzeptes, das auch die Herausnahme des Durchgangsverkehrs aus dem Treptower Park beinhaltet.

Die Studie A 100:

Studie als PDF HIER

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Alternativkonzept Ostkreuz-Tunnel

Es braucht ein Verkehrskonzept, in dem der Weiterbau der A 100 als 17. Bauabschnitt nicht mehr notwendig ist. Dieser wird sich irgendwann mit einem immer schlechteren Kosten-Nutzungs-Verhältnis (Baukostensteigerung) als zu teuer und letztendlich als überdimensioniert erweisen. Der A 100-Anschluss am Treptower Park reicht und das für immer.

Es bleibt jedoch der dauerproblematische Nord-Süd-Verkehr am Ostkreuz mit der Kynastbrücke als Nadelöhr. Hier soll die A 100 Abhilfe schaffen – nur viel zu übertrieben als sechsspuriges Betonmonster. Untersuchenswert ist eine Minimallösung für das Ostkreuz. Die Planungsagentur hat eine solche Lösung entwickelt: Ein Straßentunnel, nur zweispurig, kurz und und dem tatsächlichen Bedarf angemessen.

Mit wenig baulichem Aufwand wird viel ereicht: Der PKW-Verkehr kann auf kurzem Weg (rund 500m) das Ostkreuz unterqueren, die aufwändig hergestellte Tunnelvorhaltung unter dem Ostkreuz wird genutzt. Die Herstellungskosten sind deshalb niedrig, das Kosten-Nutzungs-Verhältnis gut. Wegen der geringeren Dimension wird wesentlich weniger Verkehr “induziert”, also mehr Autofahrten durch zusätzliche Straßen erzeugt, wie bei den A 100-Plänen (Untersuchung hier). In jeder Bedarfs- und Variantenprüfung lässt sich der kleine Ostkreuztunnel sehr gut einbringen. Er entlarvt die Überdimensionierung der A 100, der Autobahnbau ist nicht länger alternativlos!

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Hier die Vergleichsplanung des 17. Bauabschnitts der A 100:

 

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Straßenbau-Studie des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg

Aus der Broschüre “Szenarien und Strategien für gewerbliche Potentialflächen in Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin” 2021, Verfasser: Manufacturing Cities/Yellow Z, Beauftragt durch: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Abteilung Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport, eigene zusammengestellte Fotos aus der Buchveröffentlichung

Sieht so grüne Verkehrs- und Stadtplanung aus? Eine “Stadtstraße” wird als Kompromiss zur A 100 des 17. Bauabschnitts angeboten.
Vier statt sechs Spuren – der Unterschied zur geplanten A 100 ist nicht sehr groß: Die Trasse bleibt offenbar ähnlich und auch die aufwendige Untertunnelung des Ostkreuzes und der Neuen Bahnhofstraße soll stattfinden.
Dazu kommt eine bedenkliche Lust am Bauen ohne Rücksicht auf den Bestand im Grünen Bezirk. Sollen sogar Teile der Parkaue geopfert werden und wofür – Logistikzentren mit Schnellstraßenanschluss?
Mittlerweile distanziert sich die bezirkliche Stadtplanung davon, es sei nur eine Studie der Abteilung Wirtschaft gewesen. Aktuell steht der Bereich als “Rudolfband” in einer Intensivuntersuchung und für die A 100 soll eine Machbarkeitsstudie als Alternative angefertigt werden.

Die Pläne zur E-LOK Laskerstraße sind hier näher untersucht und mit einer Alternative versehen: Link zur Untersuchung

Stadtstraße-web

 

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