Neue Planungen RAW OST 2025
Am 20.11.25 wurde im Planungsauschuss folgende Planung für den RAW-Bereich an der Modersohnbrücke vorgestellt. Man meinte, dass sich die Baukörper (etwas dunker rechts) in das Gesamtbild gut einfügen würden. Das Hauptproblem stellt dabei das als Maßstab angenommene Gesamtbild RAW West dar, für das längst noch kein Baurecht absehbar ist. Es kann nach wie vor nicht wahr sein, dass der Bezirk das kostbare RAW der Immobilienbranche zur Verwertung preisgibt. Der Preis ist zu hoch, um einen ohnehin weitestgehend denkmalgeschützten Kernbereich zu erhalten.


Völlig inakzeptabel ist die erschlagend aufgetürmte Baumasse von fast 38.000 m² Gewerbeflächen. Wer braucht all die Baumasse, wenn sie sich selbst jegliche Urbanität nimmt?
Dazu soll fast die Hälfte der wunderbaren Halle 13 abgerissen werden. Hier fand 2015 die interessante Kulturnutzung “Neue Heimat” (Foto rechts) statt. Es ist die schönste verbliebene Halle auf dem RAW.
In der alternativen Potentialstudie der Planungsagentur für das gesamte RAW ist auch dieser Bereich dargestellt – wie es gerade so gehen könnte, ohne das Ensemble zu entstellen. Es wird hier davon ausgegangen, dass der Bezirk den Abriss der Halle 12 duldet, aber den vollständige Erhalt der Halle 13 anordnet. Dies führt zu einer wohltuenden Gliederung des Neubaupotentials. Der Abriss der denkmalwerten Halle 13 darf nicht geduldet werden!
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Alternative Potentialstudie RAW der Planungsagentur
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RAW Ost 2023 – Studie TOPOS
Die Planungsagentur begrüßt die Initiative des Bezirks auf das Hochhaus zu verzichten und eine große Freifläche zu schaffen, mit einer Grenzbebauung im Süden. Das ist ein großer Fortschritt für das zukünftige RAW. Einzig bei der Vermeidung des Teilabrisses der historischen Halle und den Bauhöhen muss noch nachjustiert werden.
Die aktuellen Planungen für den östlichen Teil des RAW sind am 22.06.2023 im Bauausschuss vorgestellt worden. Im Auftrag des Bezirks erstellte das Büro TOPOS eine Studie, die offenbar mit den neuen Eigentümern “Norsk / CoreEstate” abgesprochen ist (Studie hier). Auch der Teilbereich Mitte (Eigentümer: Centrum) ist enthalten. Dort wird jedoch nur das Badehaus erhalten.
Auffällig ist der Entfall des Hochhauses, das im Strukturplan der “Dialogwerkstatt” bisher geplant war. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Ökologie und weniger städtebaulicher Kiezzerstörung. Auch der Ansatz, die “RAW-Promenade” bis zur Ecke Revaler Str. / Modersohnbrücke durchzuführen ist begrüßenswert, insbesondere wenn sie sich auch weiterhin durch historisches Ensemble schlängelt. Der Streifen an der Brücke, auf dem die Bahnbetriebshallen erschlossen werden, gehört der Bahn, mit der man sich sicherlich über ein Wegerecht, wie es das früher bereits gab, einigen kann.
Weniger schön ist der Wegfall der Halle 12 (“Möbelhalle”). Diese wäre vom Voreigentümer bereits längst abgerissen worden, wenn die Initiative damals nicht stark widersprochen hätte. Nun soll sie zugunsten einer Grünfläche weichen. Das ist vielleicht hinnehmbar. Nicht hinnehmbar ist der aufgezeigte Abriss der südlichen Hälfte der historischen Halle 13, damit die drei Baufelder sich voll ausdehnen können. Das darf nicht sein und ein Vorschlag für eine Strukturanpassung ist in meine Darstellung einer alternativen Entwicklung eingegangen. Darin wird ein Kompromiss zwischen der baulichen Möglichkeit nach §34 (Baurecht nur im Bestandsmaßstab, Urteil HIER) und der Topos-Studie aufgezeigt.
Im Teilbereich Mitte würde viel RAW-Identität sinnlos zerstört, wenn bis auf das Badehaus die historische Bausubstanz abgerissen würde. Denn wer braucht an dieser sensiblen Stelle 3-4 geschossige Neubauten? Nicht einmal den Eigentümer macht das reich und es verursacht unnötigen Stress. Die historische Bausubstanz muss erhalten bleiben, an der Einfahrt gibt es jedoch einen Teilbereich für Neubau.
Vorschlag: Das kleine Grundstück wird an eine Stiftung verkauft, die nur den offenen Eckbereich entwickelt. Notfalls beschränkt der Bebauungsplan das Baurecht auf die Ecke, wo heute die “Hotrod Tour Berlin” untergebracht ist – eine verzichtbare Knatter-Kart-Ausleihe für Berlintouren, die auf die Nerven gehen.
Hier zur Verdeutlichung Ausschnitte aus der Studie von TOPOS:
Ehemalige Planungen 2020 RAW Ost “IC Campus”
Einen ersten Eindruck über die damaligen Bauabsichten von “IC Campus” kann man sich hier verschaffen – veröffentlicht bei einer Präsentation eines vorläufigen Planungsstandes bei der Konferenz „Clubs im Neubau“ 28.10.2020: Präsentation HIER
Offenbar will man auf die beiden schönen Hallen einen 7-geschossigen Büroriegel stellen. So etwas kann man mit sehr viel Beton und Stahl irgendwie hinkriegen, aber es erscheint ebensowenig ökologisch nachhaltig wie funktional sinnvoll bzw. notwendig noch denkmalgerecht. Das Vorhaben ist abwegig.
Natürlich darf das obligatorische Hochhaus in der Planung nicht fehlen. Der Grüne Bezirk lädt mit seiner Hochhaus-Bauoffensive dazu ein, weil er dem Greenwashing glaubt, Hochhäuser wären ökologisch sinnvoll.. Hochhäuser sind jedoch strukturell zu energie- und rohstoffintensiv und stehen einem echten Klimaschutz im Weg. Obwohl dies eigentlich Allgemeinwissen ist, ist das im Bezirk leider noch nicht angekommen.
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