RAW West 2026

Kurth Immobilien geht auf Konfrontation

 

  • Alle Nutzer des Soziokulturellen-L haben keine Verlängerung der Mietverträge bekommen und sind seit dem 31.12.2025 vertragslos! 
  • Zuvor wurden mehrfach die Mieten erhöht mit dem Ergebnis, dass bereits sehr viele Mieter ausgezogen sind. Es gibt keine Neuvermietungen!
  • Das wertvolle Soziokulturelle-L droht vernichtet zu werden!
  • Kurth Immobilien will Wohnungsbau auf dem RAW durchsetzen, und zwar umgehend!

Der “Deal” aus 2019 ist damit Geschichte. Kuth Immoblien hat das Bebauungsplanverfahren beendet und selbst erklärt, dass die riesigen Büroblocks nicht mehr gebraucht wird. Nun möchte man umgehend Baurecht für Wohnungsbau auf der großen Freifläche (Weihnachtsmarkt, “Berlin Forest“). Auch in den Gemäuern des Haubentauchers (“Markthalle“) soll zukünftig Wohnen stattfinden.

Im aufgestellten Bebauungsplan sind diese Flächen Kerngebiete (MK), in denen Wohnen nur in Ausnahmen zulässig sind. Wohnungsbau auf dem RAW war stets ausgeschlossen, weil dies das Ende der Freizügigkeit der wertvollen Kulturnutzungen bedeuten würde. Auch die geforderten temporären Wohnformen (Hotel, Studiewohnen, Boardinghaus) haben ein Recht auf Nachtruhe, trotz der geplanten aufwändigen Spezialkastenfenster. Es geht offenbar um Betongold um jeden Preis. Dafür ist das RAW aber zu kostbar.

Dabei ist es den jetzigen Bestand zu betreiben, offenbar auskömmlich. Nach Schätzungen (und Mieterbefragungen) der Planungsagentur belaufen sich die Einnahmen aus Kaltmieten mittlerweile auf rund 2 Millionen Euro im Jahr. Das entspricht auf den Kaufpreis bezogen eine Rendite von über 7%!

Die Planungsagentur hat Kurth Immobilien einen Lösungsprozess angeboten. Nur mit einer Halbierung der Baumasse ist eine akzeptable Entwicklung möglich. Eine Beispielanordnung von baulichen Ergänzungen hat die Planungsagentur über Jahre hinweg entwickelt (Artikel unten). 

Hier der Lageplan von der Präsentation von Kurth Immobilien im öff. Planungsausschuss am 08.01.2026. Der geforderte Wohnungsbau ist farblich hervorgehoben. Privates Foto von Leinwand.

RAW Kurth
Aus: Schallgutachten RAW Wohnungsbau (Präsentation)
Das Gemäuer des Haubentauchers mit Wohnungen zustopfen?

Wohnen mitten auf dem RAW geht nur mit einer weitestgehenden Stillegung des Kulturbetriebes. Den “Haubentaucher” mit Hotel und Wohnen zuzubauen bedeutet, erst einmal alles abzureißen um die Backsteine dann wieder historisierend davor zu setzen. Wie auch immer, Wohnen mitten auf dem RAW geht garnicht!

Auch wenn die riesigen Büroblocks mit Hochhaus an der Warschauer Straße nicht mehr gebraucht werden – das Spekulationsobjekt lässt sich mit Baurecht dennoch gut abverkaufen. Mehr dazu HIER

Aus “Berlin Forest” wird Berlin-Absurdistan

Komplett mit Wohnen und Hotel ausfüllen möchte Kurth Immobilien die Freifläche, wo jedes Jahr der schöne Weihnachtsmarkt stattfindet. Neu (und unmöglich) ist, dass mit einem Hotel nun sogar bis an den Kletter-Biergarten herangebaut werden soll. Dahinter quetscht sich ein “Forest-Wald” aus Wohnblocks. Das alles soll nun sehr schnell gehen.
Das alles ist ein mustergültiges Beispiel einer Hinterzimmerplanung, die erst fast zwei Jahre später öffentlich wird. Sie geht komplett an den Bedarfen vorbei und musste offenbar deshalb so lange vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten werden. Es ist zu hoffen, dass die Senatsverwaltung diesen Unsinn nicht erzwingt. 

Wohnen auf dem RAW erscheint – wenn überhaupt – nur am östlichen Ende nahe der Modersohnbrücke möglich und sinnvoll. Die Planungsagentur hat dazu eine Beispielanordnung veröffentlicht.

Tempelhofer Feld

Im Team mit Spreeplan Projekt hat die Planungsagentur auch an diesem Wettbewerb teilgenommen. Unter dem Begriff “Neue Freiheit Tempelhofer Feld” wird in erster Linie die Öffnung des Tempelhofer Feldes gefordert – der Zaun soll überall dort beseitigt werden, wo er an öffentliches Land grenzt und eine eigentlich unnötige Barriere darstellt.

Aber auch zur Frage der Randbebauung ist ein zarter Kompromiss aufgezeigt. An zwei Stellen ist eine bauliche Entwicklug denkbar, ohne dass das der einmalige Charakter des Tempelhofer Feldes leidet. Alles weitere erfahren Sie in der Erläuterung auf dem Planblatt. Diese Fassung stellt eine aktuelle Überarbeitung dar.

Spreeufer für alle: Viktoriaspeicher-Areal an der Schillingbrücke

Eine Schule + viel Gewerbe + 500 Wohnungen und 200 Studi-Appartments + eine Kita und ein riesiger Uferpark!

 

Ausgelöst durch den Bürgerentscheid “Spreeufer für alle!” und den anschließenden Ideenaufruf Kreuzberger Ufer plane ich an einer optimalen städtebaulichen Figur auf diesem großen Grundstück. Auf Grund der großen Grundstückstiefe (ca. 135 Meter) lässt sich hier der Bürgerentscheid mit seinem 50-Meter-Freiraum zum Ufer umsetzen. Die offenen Spangen mit eingeschobenen Torhäusern und drei Punkthäusern folgen dem Planungsziel, für alle Räume einen Spreebezug herzustellen und gleichzeitig den bebaubaren Teil des Grundstücks optimal und intensiv zu nutzen. Hier sind rund 76.000 m² BGF aufgezeigt, was eine angemessene Nutzung darstellt. Damit kann ein Uferpark entstehen, der auf der Kreuzberger Seite bislang fehlt.

Als PDF hier

Der Katalog zum “Ideenaufruf Kreuzberger Ufer” 2011

Spreepark

Ausgehend von den Protesten gegen die Verbreiterung des Dammweges fordert die Initiative “Freunde des Plänterwalds”, in der ich aktiv bin, eine Reduzierung der Nutzungen auf dem Spreepark. Insbesondere der Ausbau der Werkhalle für große Veranstaltungen erscheint im Landschaftsschutzgebiet fragwürdig. Vielmehr wäre der Rückbau der Werkhalle aus Gründen des Landschaftsschutzes geboten. Es verbleiben ausreichend Veranstaltungsräume z.B. im Eierhäuschen, im Spreepark und in den verbleibenden Werkstattgebäuden.

Nimmt man den ehemaligen Werkstattbereich aus der umzäunten Fläche heraus, vermindert sich die Barrierewirkung zur Spree und es ist kein Brückenbauwerk nötig, das in Verlängerung des Dammwegs über den Spreepark geplant ist. Auch am westlichen Eingang kann durch weniger umzäunte Fläche mehr Qualität entstehen.

Ist es denkbar, dass die Umzäunung des inneren Bereiches nur zur Regulierung dient und nicht um Eintritt zu generieren, wie auf dem Tempelhofer Flugfeld?

Der Plänterwald muss so wenig wie möglich durch Bau-, Besucher- und Lieferverkehr belastet werden. Das geht nur durch eine Reduzierung der Nutzungen. Wie der mögliche Verlauf des Zaunes um den Kernbereich der erhaltenen Anlagen des Spreeparks aussehen könnte, habe ich hier exemplarisch aufgezeigt:

Als PDF hier

 

RAW-Planungen aktuell 2026

Neue Planungen RAW OST 2025

Am 20.11.25 wurde im Planungsauschuss folgende Planung für den RAW-Bereich an der Modersohnbrücke vorgestellt. Man meinte, dass sich die Baukörper (etwas dunker rechts) in das Gesamtbild gut einfügen würden. Das Hauptproblem stellt dabei das als Maßstab angenommene Gesamtbild RAW West dar, für das längst noch kein Baurecht absehbar ist. Es kann nach wie vor nicht wahr sein, dass der Bezirk das kostbare RAW der Immobilienbranche zur Verwertung preisgibt. Der Preis ist zu hoch, um einen ohnehin weitestgehend denkmalgeschützten Kernbereich zu erhalten. 

RAW Ost
aus: PROJEKTENTWICKLUNG RAW-OST, Graft Architekten
RAW Ost
aus: PROJEKTENTWICKLUNG RAW-OST, Graft Architekten

Völlig inakzeptabel ist die erschlagend aufgetürmte Baumasse von fast 38.000 m² Gewerbeflächen. Wer braucht all die Baumasse, wenn sie sich selbst jegliche Urbanität nimmt?

Dazu soll fast die Hälfte der wunderbaren Halle 13 abgerissen werden. Hier fand 2015 die interessante Kulturnutzung “Neue Heimat” (Foto rechts) statt. Es ist die schönste verbliebene Halle auf dem RAW.

In der alternativen Potentialstudie der Planungsagentur für das gesamte RAW ist auch dieser Bereich dargestellt –  wie es gerade so gehen könnte, ohne das Ensemble zu entstellen. Es wird hier davon ausgegangen, dass der Bezirk den Abriss der Halle 12 duldet, aber den vollständige Erhalt der Halle 13 anordnet. Dies führt zu einer wohltuenden Gliederung des Neubaupotentials. Der Abriss der denkmalwerten Halle 13 darf nicht geduldet werden!

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Alternative Potentialstudie RAW der Planungsagentur

 

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RAW Ost 2023 – Studie TOPOS

Die Planungsagentur begrüßt die Initiative des Bezirks auf das Hochhaus zu verzichten und eine große Freifläche zu schaffen, mit einer Grenzbebauung im Süden. Das ist ein großer Fortschritt für das zukünftige RAW. Einzig bei der Vermeidung des Teilabrisses der historischen Halle und den Bauhöhen muss noch nachjustiert werden.

Die aktuellen Planungen für den östlichen Teil des RAW sind am 22.06.2023 im Bauausschuss vorgestellt worden. Im Auftrag des Bezirks erstellte das Büro TOPOS eine Studie, die offenbar mit den neuen Eigentümern “Norsk / CoreEstate” abgesprochen ist (Studie hier). Auch der Teilbereich Mitte (Eigentümer: Centrum) ist enthalten. Dort wird jedoch nur das Badehaus erhalten.

Auffällig ist der Entfall des Hochhauses, das im Strukturplan der “Dialogwerkstatt” bisher geplant war. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Ökologie und weniger städtebaulicher Kiezzerstörung. Auch der Ansatz, die “RAW-Promenade” bis zur Ecke Revaler Str. / Modersohnbrücke durchzuführen ist begrüßenswert, insbesondere wenn sie sich auch weiterhin durch historisches Ensemble schlängelt. Der Streifen an der Brücke, auf dem die Bahnbetriebshallen erschlossen werden, gehört der Bahn, mit der man sich sicherlich über ein Wegerecht, wie es das früher bereits gab, einigen kann.

Weniger schön ist der Wegfall der Halle 12 (“Möbelhalle”). Diese wäre vom Voreigentümer bereits längst abgerissen worden, wenn die Initiative damals nicht stark widersprochen hätte. Nun soll sie zugunsten einer Grünfläche weichen. Das ist vielleicht hinnehmbar. Nicht hinnehmbar ist der aufgezeigte Abriss der südlichen Hälfte der historischen Halle 13, damit die drei Baufelder sich voll ausdehnen können. Das darf nicht sein und ein Vorschlag für eine Strukturanpassung ist in meine Darstellung einer alternativen Entwicklung eingegangen. Darin wird ein Kompromiss zwischen der baulichen Möglichkeit nach §34 (Baurecht nur im Bestandsmaßstab, Urteil HIER) und der Topos-Studie aufgezeigt. 

Im Teilbereich Mitte würde viel RAW-Identität sinnlos zerstört, wenn bis auf das Badehaus die historische Bausubstanz abgerissen würde. Denn wer braucht an dieser sensiblen Stelle 3-4 geschossige Neubauten? Nicht einmal den Eigentümer macht das reich und es verursacht unnötigen Stress. Die historische Bausubstanz muss erhalten bleiben, an der Einfahrt gibt es jedoch einen Teilbereich für Neubau.
Vorschlag: Das kleine Grundstück wird an eine Stiftung verkauft, die nur den offenen Eckbereich entwickelt. Notfalls beschränkt der Bebauungsplan das Baurecht auf die Ecke, wo heute die “Hotrod Tour Berlin” untergebracht ist – eine verzichtbare Knatter-Kart-Ausleihe für Berlintouren, die auf die Nerven gehen.

Hier zur Verdeutlichung Ausschnitte aus der Studie von TOPOS:

 


 

Ehemalige Planungen 2020 RAW Ost “IC Campus”

Einen ersten Eindruck über die damaligen Bauabsichten von “IC Campus” kann man sich hier verschaffen – veröffentlicht bei einer Präsentation eines vorläufigen Planungsstandes bei der Konferenz „Clubs im Neubau“ 28.10.2020: Präsentation HIER

Offenbar will man auf die beiden schönen Hallen einen 7-geschossigen Büroriegel stellen. So etwas kann man mit sehr viel Beton und Stahl irgendwie hinkriegen, aber es erscheint ebensowenig ökologisch nachhaltig wie funktional sinnvoll bzw. notwendig noch denkmalgerecht. Das Vorhaben ist abwegig.

 

 

 

 

Natürlich darf das obligatorische Hochhaus in der Planung nicht fehlen. Der Grüne Bezirk lädt mit seiner Hochhaus-Bauoffensive dazu ein, weil er dem Greenwashing glaubt, Hochhäuser wären ökologisch sinnvoll.. Hochhäuser sind jedoch strukturell zu energie- und rohstoffintensiv und stehen einem echten Klimaschutz im Weg. Obwohl dies eigentlich Allgemeinwissen ist, ist das im Bezirk leider noch nicht angekommen.

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RAW 2025 – Mieterhöhungen, Wegzug der Mieter, und nun?

Der Hochhaus- und Abriss-Deal von 2019 sollte eigentlich die Soziokultur schützen. Nun wurden die Mieten aber dennoch erhöht, was zu einem Auszug eines relevanten Teils der schützenswerten Mietern führte. Der Deal ist dadurch eigentlich geplatzt. Ein Neustart der Planungen mit angepasster Baumasse und weniger Abriss stünde an.

Was tut der Bezirk?

Der Bezirk feiert als einziger und völlig an den Interessen der Wohnbevölkerung vorbei nach wie vor seinen Deal mit den Eigentümern: Diesen neuen Leuchtturm der Hochhaus-Gentrifizierung, ausgerechnet auf dem RAW-Gelände.

Nun soll sogar Wohnbebauung ermöglicht werden, was dem “Deal” völlig widerspricht und der wertvollen (verbleibenden) Kulturlandschaft sehr schaden wird. Der Eigentümer kann mit den horrenden Baumassen als Büroflächen nichts mehr anfangen, also müssen Wohnungen her. Das war bisher strikt ausgeschlossen. Auch das Entgegenkommen des Bezirks, problematischen Wohnungsbau zu ermöglichen, muss zu einer Neuverhandlung der Baumassen und dem Bestandsschutz führen. Meine Planungsstudie dazu liefert ein tragfähiges Modell einer maximalen baulichen Ergänzung. 

Hier die Planung des “Deals”, der vom Bezirk als großen Erfolg mit Vorbildcharakter angesehen wird:

 

TRAM 21 -Verlegung einsparen!

Meine aktuelle Einwendung zum Planfeststellungsverfahren Tram 21 Ostkreuz

 

Errichtung einer Straßenbahnneubautrasse Boxhagener Str. / Holteistr. / Sonntagstr. bis Karlshorster Str. Einwendung gegen Planfeststellungsverfahren – Berlin, 17.10.2024

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Wahrnehmung meiner Beteiligungsrechte im o.g. Planfeststellungsverfahren erhebe ich folgende Einwände:

Vergeudung von Steuermitteln für eine überflüssige Maßnahme

 

Es würde viel Steuergeld in eine m.E. Fehlplanung eingesetzt:

  1. Die Berliner Straßenbahnen sind ausgewachsene Züge, die auf keinen Fall in das Straßen-Nebennetz gehören.
  2. Bei der Streckenführung durch das Wohngebiet wäre die Fahrgeschwindigkeit durchweg niedriger als auf der Stammstrecke und die Störungsanfälligkeit nimmt stark zu.
  3. Zudem kommen über 200 Meter Streckenlänge gegenüber dem heutigen Verlauf sowie eine Haltestelle hinzu, die Fahrzeit steigt insgesamt.
  4. Eine unzumutbare Situation entstünde in der Holteistraße. Zur bereits jetzt lärmenden Abbiegung der Tram 13 kämen noch zwei weitere Abbiegungen der Linien 21 und 22 dazu. Zukünftig würden es auf nur 200 Meter Straßenlänge drei Straßenbahn-Abbiegungen geben – für ein Wohngebiet ist das beispiellos.
  5. Das Kurvenheulen – und quietschen der Berliner Straßenbahnen ist in der Lärmprognose nicht berücksichtigt. U.a. wegen der zu einfach ausgestatteten Fahrwerkstechnik der Berliner Züge entstehen hier Lärmereignisse von über 90dB. Und das viele Hundert Mal jeden Tag und am Abend auf drei Abbiegungen auf nur 200 Metern in der Holteistraße.
  6. Die Lärmprognose für die Holteistraße muss auf diese Lärmereignisse angepasst werden. Das Kurvenheulen – und quietschen lässt sich mit dem Fahrzeugbestand nicht zuverlässig vermeiden.

Aus den vorgenannten Gründen lehne ich die Streckenführung durch das Wohngebiet ab.

Lösung: Die Straßenbahn muss im Hauptnetz verbleiben. Die Haltestelle Marktstraße muss schnellstmöglich vor die Marktstraße 6 (Viktoria-Center) verlegt werden, damit die andauernde Eng- und Gefahrenstelle der heutigen Haltestelle beseitigt wird.

Über einen kurzen Fußweg am Theater Strahl erreichen dann die Fahrgäste das Ostkreuz.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Joost

Weitere Infos von der Bürgerinitiative HIER

B-Plan RAW West 2024

Während man bei den Uferhallen im Wedding die jahrelange Erpressung des Eigentümers – Verbleib der Bestandsmieter gegen die Genehmigungen von massiver Neubebauung und einem Hochhaus – erfolgreich abgewehrt hat, ist man im Grünen Bezirk “XHain” noch nicht soweit. Hier will man dem Druck nachgeben und das RAW zu großen Teilen abreißen lassen. Das RAW viel zu kostbar für eine rein spekulative Hochhaus-Abrissentwicklung!

Im Ausschuss für Stadtplanung wurde am 11.01.24 kurz ein Bild des qualifizierten Bebauungsplanentwurfs für den Bereich RAW West von Kurth Immobilien gezeigt (Bild unten, kommentiert). Es soll vorangehen, das RAW soll zu großen Teilen abgerissen und durch riesige Gewerbeblocks und Hochhäuser ersetzt werden (Bereich Orange). Damit beugt sich der Bezirk der Forderung des Eigentümers, dass nur mit einem Bauvolumen von rund 149.000 m² der Bestand der übrig bleibenden Mietverhältnisse des “Soziokulturellen-L” (SKL) garantiert werden kann (Bereich Rot). Dabei spielt dieser Bereich im allgemeinen Wertzuwachs bei Baurecht überhaupt keine Rolle!

Wenn Kurth-Immobilien mit ihrer Behauptung der wirtschaftlichen Zwänge durchkommen würde, bekäme das Grundstück mit Baurecht allein für den Neubauteil (ca. 37.800 m²) einen erheblichen Mehrwert:

  • Aus 2015 gezahlten 500 Euro/m² Grundstück würden mit Baurecht ggf. 4.500 Euro/m² (heutiger Bodenrichtwert), also rund 200 Millionen Euro.
  • Wahrscheinlich steigt der Grundstückswert vom Bereich “MK 1” bei einem solch üppigen Baurecht in Richtung 10.000 Euro/m², wie gegenüber an der Spree (Link Bodenrichtwert). Dann erbrächte der Weiterverkauf rund 300 Millionen Euro.
  • Und pünktlich zur geplanten Festsetzung des Bebauungsplans 2025 wäre das Grundstück dann 10 Jahre im Besitz von Kurth-Immobilien und könnte steuerfrei in Teilen veräußert werden.

Kaum jemand glaubt, dass Kurth-Immobilien als mittelständisches Familienunternehmen das Bauvolumen von 149.000 m² ohne Teilveräußerungen allein stemmen wird. Angesichts eines Kaufpreises von nur 25 Millionen Euro im Jahr 2015 ist die Gewinnspanne exorbitant – mit oder ohne zusätzliche Einnahmen auf der SKL-Fläche. 

Eigenes Foto aus Präsentation, Hinzufügungen Satire

Die Hälfte der geplanten Baumasse

Aber auch mit weniger als der Hälfte der geplanten Baumasse, wie hier von der Planungsagentur aufgezeigt, wäre ein erheblicher Wertzuwachs zu erwarten – wirtschaftlich mehr als “auskömmlich”! Der Bereich des SKL spielt bei alldem finanziell keine große Rolle. Dieser ist ohnehin zum großen Teil Denkmalbereich und soll kostenlos in eine Selbstverwaltung überlassen werden. Bisher eignete er sich jedoch gut als Drohpotential gegenüber dem Bezirk.

Aktuell hat es eine deftige Mieterhöhung gegeben. Damit nähern sich die Mieten an ein übliches Niveau für die Bespielung unsanierter Räume in Eigenregie. Erste Mieter sollen bereits ausziehen. Dabei werden mit der Erhöhung der Mieten, besonders im Bereich des Kulturgewerbes, die Bewirtschaftung des jetzigen Bestandes für Kurth Immobilien immer auskömmlicher. Man kann davon ausgehen, dass jährlich rund 1,5 Millionen Euro an Kaltmieten eingehen.

 

Uferhallen Wedding, Stefan Alber und Peter Dobroschke

Modellerfolg Uferhallen vorbildlich für das RAW!

Damit zeichnet sich eine Perspektive des RAW ohne Abriss ab, ähnlich wie bei den Uferhallen im Wedding: Dort hat der Eigentümer ganz ähnliche Neubauvisionen mit Hochhaus etc. aufgegeben und bewirtschaftet nun den Bestand für die nächsten 30 Jahre weiter. Der Neubau reduziert sich auf ein offenbar verträgliches Maß (Webeseite Architekten). Das Land Berlin gibt jährlich eine Million Kulturförderung dazu.

Das «Projekt mit Signalwirkung» sollte auch im Grünen Bezirk ankommen. Es kann nicht sein, dass der einmalge Kulturraum RAW derart plump zu einem “Mercedes-Uber-Center 2.0” verhackstückt wird!

 

“Urbane Mitte” Gleisdreieck

Chiffre, Jahn,Mack+Partner 01/2015

Die umstrittene Hochhauskette am Gleisdreieckpark hat eine interessante Vorgeschichte, die ich in meiner Zeit als Mitglied des Planungsausschusses Xhain 2012-2016 als parteiloser Bürgerdeputierter für die Piraten erleben durfte.

Die Darstellungen des Entwicklers (unten und rechts) stellten zunächst ein relativ harmloses Gebäudeensemble dar. Eine Beschränkung der Baumasse auf 100.000 m² BGF wurde versprochen und auf einen Hochpunkt am Bahnhofskreuz, ggf. ein zweiter südlich.

Ob die Skizzen wirklich 100.000 m² abbildeten, konnte mangels konkreten Planmaterials nicht überprüft werden. Mittlerweile muss man das stark bezweifeln. Immerhin konnte man damals von einem Ensemble ausgehen, das sich in seine Umgebung einfügen soll, mit einem Anwachsen der Bauhöhe zum Bahnhof hin und einem Hochpunkt dort.

Auch die Bezirksverordneten haben sich angesichts der schönen Bildchen nicht allzu beunruhigt gezeigt. Hätte der Entwickler das heutige Ergebnis mit den Hochhäusern vorgelegt, hätte das anders ausgesehen. Mit diesen relativ harmlosen Darstellungen hat er eine intensive Werbekampagne für das Bauvorhaben betrieben, Bürgerdialoge veranstaltet und ein Cafe-Mobil im Park betrieben.

Bild damals: “Excerpt Urbane Mitte, Büro Dr. Vogel, 4.3.2015”

Bild heute: Baukörper gemäß dem aktuellem Bebauungsplanentwurf (2023)

In der Auslobung zum Wettbewerb wurde dann ein “Hochhaus am unteren Ende” versprochen…

Überraschung: Leider erst als der Wettbewerb entschieden und ausgestellt zu besichtigen war, klärte sich einiges. Die Ergebnisse waren ein Schock für viele Beteiligte. Es hatte nichts mit den Versprechungen zu tun. Jedoch erschien der Prozess nun als bereits zu weit fortgeschritten, als dass man ihn noch stoppen könnte. Die relative Ruhe hatte sich für den Entwickler gelohnt. Ein Meisterstück der “Bürgerbeteiligung” war gelungen.

Ortner & Ortner Baukunst, Wettbewerbsbeitrag

Im Wettbewerb haben sich die eingeladenen Büros richtig austoben können, die Beiträge sind zum Teil absurd. Hier die Ergebnisse, veröffentlicht vom Verfahrensträger C4C.

Jetzt gilt es, Schaden am Stadtbild, der Stadtökologie und dem Klima zu vermeiden und auszuschließen, dass der Park eine Art “Bettvorleger” der absurden Hochhausskyline wird. Die Initiative leistet dazu eine wertvolle Arbeit: https://www.aktionsgemeinschaft-gleisdreieck.de/

Lösungsvorschlag:

Weil sich aktuell der vertragliche Entschädigungsanspruch bei Planungsänderung als nichtig herausgestellt hat, sollte ernsthaft über eine einvernehmliche Perspektive für eine ökologisch verträglichere Entwicklung verständigt werden. Dabei geht es auch um die Einlösung der ursprünglichen Versprechungen.

  • Nur ein Hochpunkt nördlich des Bahnhofs, ggf ein zweiter untergeordneter südlich des Bahnhofs.
  • Wohnen in jedem möglichen Bereich, insbesondere im südlichen Parkbereich.
  • Die Herabsetzung der Baumasse trägt dem geringen Bedarf an Büroflächen Rechnung.
  • Der Wertausgleich ist bereits durch den enormen Zuwachs des Grundstückswertes ausreichend kompensiert.
  • Der Wettbewerbsgewinner wird mit der Umplanung beauftragt, es entstehen nur überschaubare Planungskosten, die es ggf. zu entschädigen gilt.

 

 

Fahrradparkhaus Bahnhof Ostkreuz

Fahrradparkrampe-web

Am Ostkreuz soll an der hier aufgezeigten Stelle ein Fahrradparkhaus entstehen. Wäre es nicht praktisch, das neue Parkdeck an die historische Brücke anzuschließen, damit man ohne Umwege die Bahnsteige erreichen kann? Auch das oft als Vorbild dienende Fahrradparkhaus in Bernau leistet diese Erschießungsfunktion.
Hier am Ostkreuz schafft die Parkrampe die lange geforderte Fahrradüberquerung des Ostkreuz, denn zusätzlich zum Parken kann man ohne Absteigen auf die Brücke auffahren und am Südende über eine Rampe wieder herunter. Falls die komplizierte Südrampe nicht umgesetzt wird, reicht auch die Hinzufügung von einfachen Aufschiebeblechen für Fahrräder auf die Treppen als wesentliche Verbesserung der Fahrradquerung.

Ideenstudie als PDF

Kleinere Variante (300 Stp.) als PDF

Was wird umgesetzt?

Völlig intranspatent gibt es nun doch noch ein kleines Indiz, welche Dimension das Fahrradparkhaus am Ostkreuz einnehmen wird – es wird ein grober Klotz mit Untergeschoss! In den Planzeichnungen zur Tram 21-Verlegung ist das geplante Fahrradparkhaus eingestrichelt, hier:

BSR / Rathausneubau Oberbaumbrücke

Standortfrage Rathaus – Zentralrathaus an der Oberbaumbrücke

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Die Planung von Wohnungsbau an der Mühlenstraße ist gescheitert. Die BSR benötigt mehr Platz als aufgezeigt, und ein kompletter Neubau aller Funktionsgebäude wäre zu teuer. Alternative Lösungsansätze sind gefragt!

Hier wird die Möglichkeit eines Standortes für ein Zentralrathaus auf dem Grundstück der BSR an der Oberbaumbrücke untersucht. Der Standort erscheint geeignet, entweder für ein neues Zentralrathaus für den gesamten Bezirk oder einen Neubau für den Rathausteil Friedrichshain. Dieser sollte die politischen Gremien – BVV, Ausschüsse, Fraktionen – beinhalten. Diese würden im markanten Kopfbau gegenüber der Oberbaumbrücke einen würdigen Standort erhalten, der auch auf dem Bezirkswappen abgebildet ist.

Die BSR verschiebt lediglich die Parkplätze in Parkdecks und den Müllumschlag und Siloanlagen in den nördlichen Bereich. Das sind vergleichbar überschaubare Maßnahmen. Insgesamt kostet diese Komprimierung des BSR-Betriebs nicht allzuviel, denn alle Funktionsgebäude bleiben bestehen.

 

Als PDF (2 MB) HIER

 

Alternative Schulerweiterung Clara-Gundwald-Schule Kreuzberg

Alternative Schulerweiterung Clara-Grunwald-Schule Kreuzberg

 

Nachdem in jahrelangen Diskussionen immer noch keine befriedigende Lösung für die Ergänzung einer Zweifeldsporthalle und weiterer Grundschulflächen gefunden wurde, hat die Schulleitung der Clara-Grunwald-Schule 2021 die Planungsagentur beauftragt, eine alternative Potentialstudie zu erstellen. Dabei ging es u.a. darum, den zum Bau der Sporthalle geplanten Abriss des ausgezeichneten Hortgebäudes “Bunte Wille” zu verhindern, das zur IBA 1987 entstanden ist. Und dass nicht erst im nächsten Jahrzehnt etwas passiert, sondern zeitnah, denn die Flächen werden dringend benötigt.

Seit Ende 2023 gibt es ein neues Ergebnis der Untersuchung: Die beiden Sporthallen sind platzsparend übereinandergelegt – das ist eine nicht unübliche Bauform, die im Verfahren trotz enger Platzverhältnisse nicht als Prüfvariante vorkam. Die geplante Mensa passt sehr gut darunter ins Erdgschoss. Das ist die beste Lösung für beengte Situationen wie hier in Kreuzberg.
Es gibt viele gebaute Beispiele für eine solche Anordnung, z.B. in München, in Ulm oder auch in Berlin

Hier der aktuelle Planungsvorschlag der Planungsagentur:

Direkt als PDF HIER

 

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Umweltschädlichen Asphalt vermeinden!

Beim Ersatz von Kopfsteinpflaser durch Asphalt bei neuen Fahrradstraßen ist die nachteilige Neuversiegelung erheblicher Flächen nur ein Aspekt. Hinzu kommt:
Fahrradfreundliche Pflasterungen sind die Alternative, hauptsächlich für Straßen im Nebennetz. Pflaster kann immer wieder in den Ursprungszustand zurückverlegt werden, versiegelt nur zum Teil und kann wesentlich heller (und kühler) als Asphalt sein. Zudem entstehen bei den Bauarbeiten keine Emissionen.
Befahrbare Pflaster aus Betonstein kosten nicht mehr als eine Asphaltoberfläche. Wesentlich teurer sind geschnittene Granitsteine. Wegen des ökologischen Gesamtnutzens kann man sich m.E. für Betonsteine entscheiden.
Vorschlag: Historisches Kopfsteinpflaster (wie geplant) an den Randbereichen (Parken), schönes und fahrradfreundliches Pflaster im Fahrbahnbereich (Beispiel hier).

Potentialstudie RAW 2023

Vergleichende Untersuchug: Ausgehend von der Einschätzung, dass wegen des damals gezahlten niedrigen Grundstückspreises bereits knapp die Hälfte der geplanten Baumasse wirtschaftlich auskömmlich ist, wird hier exemplarisch und vergleichend ein konkretes städtebauliches Modell dieser Größenordnung aufgezeigt. Die Studie ist das vorläufige Ergebnis einer jahrelangen planerischen Annäherung an das Gelände und wird diskursiv fortgesetzt.
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RAW aktuell 2023

Zur Hauptseite RAW hier entlang…

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Aktuelle Planung zum Abriss / Neubau des RAW

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Trotz aller Kritik, dass der Abriss großer Teile des international renommierten Kulturensembles RAW und die fatale Hochhausentwicklung auf dem RAW nur durch ein fehlerhaftes Gutachten erzwungen ist und die Initiative RAW Kulturensemble als unabhängige Vertretung der Nachbarschaft nicht berücksichtigt wurde, gibt es die Entscheidung, dass der Entwurf von Holzer Kobler Architekturen die Grundlage für den Bebauungsplan werden soll. Der Bezirk nimmt es hin, dass die Initiative bei den aktuellen “Beteiligungsveranstaltungen” der Kurth-Immobilien (z.B. 18.5.23) einfach nicht mehr eingeladen wird und diese nur im Kreis der mietvertragsabhängigen NutzerInnen stattfinden. Diese dürfen den Abrissplan nicht grundlegend kritisieren um den “Deal” nicht zu gefährden.
Die vielfach geäußerte Kritik blieb weitgehend unberücksichtigt und der Bezirk macht Tempo: Seit dem 20.6.22 lag der Bebauungsplanentwurf einen Monat lang in der “frühzeitigen Beteiligung” aus. Hier die Planungsgrundlage dazu.
Trotz aller Beschwichtigungen ist das ein großer Schritt hin zum Baurecht. Denn ein qualifizierter Bebauungsplanentwurf kann bereits Baurecht nach §34 BauGB schaffen noch vor Festsetzung des B-Plans. Viele Menschen haben Einwendungen verfasst. Die Planung muss dringend noch einmal grundsätzlich diskutiert werden und die Mängel wie z.B. das fehlerhafte Gutachten, das ausstehende Beteiligungsverfahren mit Anlaufstelle, nicht berücksichtigte BVV-Beschlüsse zur Grünflächenentwicklung und zum Erlass eines Erhaltungsgebietes erst einmal aufgearbeitet werden!
Zur Auswertung der Einwendungen und deren behördlichen Abwägungen muss es einen Runden Tisch geben, ähnlich wie in Kreuzberg beim Projekt “Urbane Mitte” am Gleisdreieckpark.
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Die Planungsagentur hat die vorliegenden Kubaturen in ein 3D-Modell übertragen. Der Sonnenstand und Schattenwurf entspricht exemplarisch dem 21. September um 14 Uhr. Wie durch die Lage des Hochhauses nicht anders zu erwarten war, liegt der Platz völlig im Schatten.

holzer-22web

Abgeleitet ist das 3D-Modell aus folgender Darstellung mit Geschosszahlen:

EWS-RAW-2
Bild: https://entwicklungsstadt.de

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Das RAW ist als Abladeplatz für maximale Geschossfläche zu schade!

Eine Architekturkritik:

  • Hier wird relativ sinnentleert Baumasse erzeugt – wer braucht z.B. 40 Meter tiefe Baukörper? Die natürliche Belichtung und Belüftung der riesigen innenliegenden Flächen entfällt und zwingt zu einem enormen Einsatz von Energie für Licht+Luft. Die Ressourcenverschwendung ist in einem solchen Entwurf inbegriffen.
  • Das Hochhaus mag in einer primitiven Denkart ganz gut zum gegenüber liegenden Amazon-EDGE-Tower passen, in der Realität steht es jedoch bereits im Bereich des gründerzeitlichen Wohnquartiers und prägt dieses auf ungute Art neu – es entstehen starke Gentrifizierungseffekte.
  • Das Hochhaus verschattet den neuen Platzbereich und wird ihm zwangsläufig eine sterile “Downtown”-Atmosphäre geben. Zudem wird es nicht gebraucht, weder für das städtische Büroflächenangebot noch für die Wirtschaftlichkeit des Gesamtvorhabens, siehe Gefälligkeitsgutachten.
  • In Zeiten des Strebens nach Klimaneutralität verbietet sich der Bau von energie- und baustoffintensiven Hochhäusern ohnehin. Deshalb ist ein Bürgerbegehren in Vorbereitung, das die 20 geplanten neuen Hochhäuser im Bezirk verhindern soll: https://hochhausbau-stoppen.de/
  • Den heutigen “Haubentaucher” mit Baumasse derart aufzufüllen, kann auch aus Denkmalschutzgründen (Umgebungsschutz) nicht ganz ernst gemeint sein.
  • Das Astra findet sich in einem Büro/Shopping-Center an der Stelle der heutigen Getränkehalle wieder – hier wird nicht einmal die versprochene “DNA” erhalten. Für dessen Anlieferung wird der schöne Biergarten am Kegel zur Zufahrtsstraße und das wertvolle Ensemble zum großen Teil abgerissen. Warum gibt es hier keinen Denkmalschutz, zumindest als Denkmalbereich?
  • Durch den Abriss der Projekte Suicide Circus, Urban Spree und Astra verschwinden nicht nur die historischen RAW-Originalgebäude, sondern auch die wertvollen Kulturgärten. Aus der geschätzten Vielfalt wird ein Stadtplatz, der diese Qualitäten absehbar nicht annähernd ersetzten kann. So erinnert der Name “RAW Arena” an den brachialen Nachbarn an der “Mercedes-Benz-Arena”. Der Pavillon “RAW-Portier” soll ein zentraler Security-Infopoint werden und “RAW-Showcase” ein Showroom für die Konzerne, die im Hochhaus residieren. Schöne neue Welt!
  • Es schließt sich auf dem großen Parkplatz ein sog. “Berlin-Forest” an, eine Verschachtelung von quadratisch-dicken Baublocks, die durch eine Art Gitterrost zusammengehalten werden. Das schafft keine räumliche Qualität, auch wenn man es in der Darstellung hinter riesigen Bäumen versteckt. Die Blocks versperren sich gegenseitig, es entstehen nur minimale Lichthöfe. Das ist insofern abzulehnen, weil es für diesen großen Bereich immer Planungsziel und BVV-Beschluss war, neben einer Bebauung auch eine nutzbare öffentliche Grünfläche zu schaffen.

Fazit: Der grüne Bezirk will das tatsächlich umsetzen und sich einer großen Erpressung und Täuschung beugen. Das RAW wird kaum wiederzuerkennen sein, der Mercedes-Benz-Platz schwappt herüber.


Wie eine mögliche (Maximal)Alternative aussehen könnte, in der sich Neubauten ohne größeren Abriss in das Ensemble einfügen, hier im Vergleich: Potentialstudie RAW

 

 

RAW 22
Bestand – Planung – Alternative, Entwurf+Visualisierung Planungsagentur

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Wie man es auch dreht und wendet – es bleibt viel zu viel Baumasse
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Bild: Tagesspiegel 05.04.2022, Holzer Kobler Architekturen

Es droht ein weiterer Mercedes-Benz-Platz zu entstehen – aktuell wird  baurechtlich die Grundlage dazu geschaffen.
Das ist auch deshalb bedenklich, weil kaum anzunehmen ist, dass das Familienunternehmen Kurth die geplanten Baufelder selbst umsetzen wird. Denn wegen der Größe des Projektes ist ein Weiterverkauf der Parzellen mit Baurecht wahrscheinlich. Dafür ist die Planung ordentlich in einzelne Baufelder aufgeteilt. Am Ende hat man es wieder mit den üblichen Großunternehmen zu tun, die bereits das Anschutz-Quartier besiedeln.

  • Die Gewinnspanne beim Weiterverkauf wäre enorm: So hat das Grundstück 2015 nur 500 Euro/m² gekostet, der Bodenrichtwert liegt heute schon bei 5.500 Euro/m².
  • Mit dem orbitanten Baurecht könnte der Quadratmeter Grundstück auch über 10.000 Euro/m² wert sein, wie in der bereits entwickelten Nachbarschaft (siehe Bodenrichtwert). Man könnte beim Weiterverkauf also ein halbe Milliarde Euro erzielen, bei einem Kaufpreis von nur 28 Mio. Euro.

Die Initiative RAW Kulturensemble fordert die Beendigung des Masterplanverfahrens und ein neues Gutachten, das von vernünftigen und üblichen Zahlen ausgeht. Maximal die Hälfte der Baumasse ist soll der neue Zielwert sein. Das ist wirtschaftlich auskömmlich. Eine Diskussionsgrundlage dazu hat Kurth immobilien 2016 selbst geliefert, als man mit zwei Entwürfen mit etwa dieser Baumasse ins Rennen gegangen ist – Link dazu hier

Aktuelle Presse dazu:

TipBerlin-Interview vom 22.02.2022
ND vom 24.2.22
taz vom 23.2.2022

Bilder der vier Entwürfe aus dem Verfahren:

Konzeptcollage Stadthafen Rostock

IBA Rostocker Hafen

Rostock ist die Perle an der Ostsee – nur leider gibt es kein Hafenviertel, nur einen riesigen Autoparkplatz. Als konzeptkünstlerischen Beitrag zur Diskussion einer Hafenentwicklung wird hier eine urbane und gemeinwohlorientierte Neugründung vorgeschlagen, ein Hafenviertel mit ganz besonderer geschichtspolitischer Ausrichtung. Die Größe der Entwicklung eignet sich für eine IBA – eine Internationale Bauausstellung!

Die städtebauliche Idee ist inspiriert durch eine bis heute sichtbare Wunde, die deutsche Besatzer 1943 in das Herz der Stadt Marseille gerissen haben – die Sprengung des Hafenviertels Le Panier. Die verbrecherisch verloren gegangene Stadtstruktur passt als Interpretation perfekt in den Rostocker Hafen und bildet strukturell ein wunderbar urbanes Ensemble. Es ist eine besondere Form der Erinnerung, einer neuen Städtepartnerschaft und Begründung für eine angenehm geschwungene und „gewachsene“ Linienführung ohne die typische Stringenz einer Neuplanung.

Dazu ist eine Vergrößerung der Hafenfläche um rund 24.000 m² notwendig, wodurch fast der gesamte Kernbereich Rostocks ans Wasser heranwachsen kann. Es ist eine “Flucht nach vorne”, die hier den Impuls für eine außergewöhnlich spannende Entwicklung bildet.

Die vielfältigen ca. 30 Parzellen würden in einem Aufsehen erregenden internationalen Aufruf für gemeinwohlorientierte Baugemeinschaften zur Bewerbung in einem Konzeptverfahren ausgeschrieben. Eine wesentliche Bedingung: Jede Baugemeinschaft schafft eine Hafenkneipe, die sich in wiederkehrenden Wettbewerben um die beste Spelunke messen muss.

Hier als PDF

Umweltschädliche Bebauung des Orionhofes

 

Die Initiative BI Plänterwald hat diesen Vorschlag auf ihrer Webseite übernommen und mich mit Mailadressen der Entscheider*innen versorgt. Das Feedbach des Bauherrn Stadt und Land war sehr nett, jedoch mit dem Bedauern versehen, dass es für eine Umplanung zu spät sei. Es gibt bereits eine Baugenehmigung.

Mittlerweile ist das Bauvorhaben jedoch in der geplanten Raumergreifung gestrichen worden. Der Orionhof bleibt damit ein unbebautes Grünidyll! Danke!

Karstadt Hermannplatz

Nach der Signa-Pleite geht es nun darum, die Nahversorgung für den Kiez zu sichern und den Gebäudebestand zukunftsfähig zu machen. Neben einer Neuaufteilung der Räume steht sichlich auch ein “Facelifting” an, eine Verbesserung auch der äußeren Erscheinung. Und natürlich eine Reduzierung der Fahrspuren für den Autoverkehr!

Bisheriger Ansatz:

Ein Geschoss weniger!

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Die Erscheinung des Gebäudes war damals schon zu gewaltig und die Nutzfläche zu groß, so dass das Projekt schon nach wenigen Jahren in Schieflage geriet. Der neue Baukörper würde den Hermannplatz optisch “erschlagen” und wegen seiner enormen Höhe stark verschatten. Eine solch imperiale Ausstrahlung wäre zudem völlig unpassend für den Kiez und würde zu hohen sozialen Spannungen führen.

Um den Maßstabssprung zu kaschieren, haben die Entwickler bei dieser Darstellung (15.5.2019) neben dem restlichen Originalbau Hasenheide 5 ein erfundenes Haus reingestellt, das den enormen Höhensprung kaschiert. Das ist nicht in Ordnung, das Gebäude kann jedoch den Höhenmaßstab für das Gesamtgebäude als Kompromiss abbilden – ein Geschoss weniger als geplant. Die Hochhausaufbauten sollen um zwei Geschosse niedriger werden. Das wäre in der Animation das letzte Bild bevor der Bestand wieder erscheint.

Insgesamt würde das Karstadt-Gebäude um die Vervollständigung des Dachgeschosses und ein weiteres Geschoss mit den niedrigeren Turmaufbauten erweitert. Hier könnte eine Möglichkeit für einen machbaren Kompromiss liegen.

Karstadt gif